Erster Unitag
Dienstag 5.9. 8.15 Uhr. Erste Vorlesung. 2 Lehrer bzw. Dozenten, ca. 35 Studenten, mehr als die Hälfte davon aus Deutschland, Vorstellungsrunde usw. Erst nach dieser Einführungsveranstaltung hab ich gemerkt wie aufwändig das ganze hier werden wird. Aber zunächst ein paar Worte zum schwedischen Studiensystem. Ein Semester besteht aus vier Perioden mit jeweils fünf Wochen. Pro Periode besuche ich einen Kurs. Das bedeutet ca. zwei- bis dreimal Uni in der Woche. Klingt locker, ist es aber nicht. In meinem ersten Kurs muss ich 3 Bücher lesen, eine Zusammenfassung eines Gastvortrages und einen „Aufsatz“ der ca. 10 Seiten umfasst schreiben. Das bedeutet jede Woche ein Buch lesen, Diskussion in Gruppen, Präsentation in Seminar. Für mich, der ich in meinen bisherigen drei Studienjahren noch nie ein komplettes Buch gelesen habe und mich immer erfolgreich darum gedrückt habe aus Büchern zu lernen ist das wirklich hart. Aber ich will nicht jammern, habs mir ja selbst ausgesucht und schaden wird’s nicht. Unterrichtssprache ist englisch, außer im Sprachkurs natürlich.
Nach der Vorlesung fand heute die allgemeine Einführungsveranstaltung für ausländische Studenten statt. Jede Menge Informationen. Jede Menge Veranstaltungen an denen ich gerne teilnehmen möchte werden angeboten. Ich zweifle allerdings daran, dass sich das mit meinen Studienarbeiten vereinbaren lässt. Hoffentlich legt sich dieser Respekt bald und ich stell bald fest, dass man alles locker unter einen Hut bekommt!
Seit Sonntag ist das Wetter hier richtig mies. Viel Regen und Wind, wahrscheinlich nur ein kleiner Vorgeschmack auf den Winter hier. Uns wurde nicht nur erzählt, dass im Winter hier die Temperatur nicht selten unter –20 Grad sinkt und auch –30 absolut möglich ist, auch Tageslicht ist rar. Man sollte die wenigen Stunden an denen es im Winter hell ist gut nutzen und raus gehen. Um nicht depressiv zu werden, empfehlen sich zudem spezielle Lampen und Lichttherapien.
Scheint als wäre der „Urlaub“ nun vorbei und viel Arbeit und Stress angesagt. Aber das haben ja schon viele andere Studenten vor mir geschafft und auch ich werde den Spagat zwischen Uni und Spaß schaffen.


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