Ein wunderbares Wochenende
Mensch schon wieder Montag. Zeit, dass ich mich endlich mal hinsetze und von diesem traumhaften Wochenende berichte. Am Samstag habe ich erst mal ausgeschlafen und schön gefrühstückt. Danach bin ich mit Anna und Kai nach Smitlingen an den Strand getrampt. Das ist ungefähr 7km von meinem Elevhemmet entfernt. Aber es lohnt sich diese Strecke auf sich zu nehmen. Dort befindet sich ein wunderschöner Sandstrand in einer Bucht umrahmt von Felsen und Wald. Wir haben dort ein paar Schweden kennengelernt mit denen wir am Strand Fussball spielten. Besonders beeindruckend waren die Fussballkünste der schedischen Mädels, dass die Jungs nichts Besonderes sind hat man ja vergangene Woche gesehen. Gut dass war jetzt gemein, die waren teilweise auch besser als ich, aber es passte einfach grad. Danach haben wir uns ins Wasser getraut. Ich habe ja schon mehrmals berichtet, dass das Wasser hier etwas "erfrischend" ist. Aber das ist es nicht überall. An diesem Strand geht es nämlich sehr flach ins Wasser und so hatte es hier angenehme Temperaturen. Später kamen noch ein paar andere Leute ausm Sprachkurs nach, die zuvor Beeren im Wald gepflückt haben. Die gibts hier wesentlich zahlreicher als bei uns, und die Schweden nutzen dies auch. Jedenfalls konnten wir dann noch ne Runde Volleyball spielen. Alles in Allem ein toller Tag am Strand. Ja und was fehlt dann noch zum perfekten Tag? Genau der perfekte Abend. Da diese Woche drei aus unserer Gruppe Geburtstag hatten, gabs am Abend ne Party, mit leckerem Fingerfood und nem Kuchen aus den gepflückten Beeren. Zu späterer Stunde gingen wir in die Stadt und wollten dort irgendwo weiterfeiern, da hier aber überall zuzüglich zu den horenten Bierpreisen noch teurer Eintritt verlangt wird, entschloss sich die Gruppe umzukehren. Seppl, Julia, Elia (übrigens ein männlicher italienischer Vorname) und ich sind dann doch noch mal in eine kleine Kneipe (ohne Eintritt) abgebogen und haben dort mit ner Deutschen und zwei Schweden getrunken. War alles sehr lustig. Und ich muss sagen, dass ich am meisten Spaß mit Elia hatte obwohl dieser mir beim Volleyball mal wieder gezeigt hatte, dass wir einfach nicht gegen die Italiener gewinnen können. Naja er kann sich so nen Spruch schon mal erlauben, keine Sorge er musste auch schon einiges einstecken. Bis halb vier habe ich dann noch mit den übrigen Verbliebenen der Hausparty gefeiert, dann war auch für mich Schluss. Am Sonntag musste ich dann Hausaufgaben machen. Wir gingen hier im Ort auf ein interkulturelles Fest wo kleine Speißen aus ca 15 Ländern angeboten wurden (ne deutsche Bratwurst oder gar Currywurst war nicht dabei). Dort interviewten wir die Besucher über Surströming. Das ist in Salzwasser mehrere Monate eingelegter Hering, der dort gährt und zu einer Nordschwedischen Spezialität zählt. Das Problem an der Sache: Das Zeug stinkt dermaßen nach hhmm wie soll ich es beschreiben, naja Scheiße, Eiweißabbau eben, die Chemiker unter euch wissen wohl wie H2S stinkt. Für alle anderen: Es "riecht" wie wenn man faule Eier und Vekalien von Mensch und Tier mischen würde. Deshalb mögen diese Spezialität auch nicht wirklich alle Schweden. Warum weiss ich darüber so genau bescheid? Genau, ich habs gegessen, heute, im Unterricht. Der Lehrer hat die Dosen unter freiem Himmel geöffnet (man sollte das niemals in geschlossenen Räumen tun) und danach eine Stunde (!) unter fließendes Wasser gestellt. Man isst den Fisch mit Paprika, Tomate, Zwiebel, Kartoffeln und Butter (bzw. Lätta, die kommt nämlich aus Schweden) in einem sehr dünnen weichen Brot und klappt es dann zusammen, so ähnlich wie ein Döner oder Dürüm. Nicht alle von uns konnten sich überwinden den Sürströming (sur=sauer, ströming=Hering) zu probieren. Ich schon und dafür bekomme ich morgen ein Diplom!
Anekdoten am Rande:
Die Schweden sind hilfsbereit und freundlich. Nachdem unserem Gitarristen die D-Saite gerissen ist lief er durch die Stadt und fragte viele, viele Passanten: Spelar du gitarr? (Spielst du Gitarre). Leider zunächst ohne Erfolg. Man sagte ihm er müsse für ne neue Saite nach Sundsvall fahren, das sind immerhin über 50km. Nachdem er schon fast aufgegeben hatte, fand er doch noch jemanden der ihm zwar keine D-Seite gab, aber dafür seine Gitarre für ein paar Tage leiht. Und das ist ein besonders edles Stück was schätzungsweise 500 bis 1000€ kostet.
Härnösand ist ein Dorf. Fabian lernte nen Schweden kennen der uns einlud zu sich für Samstag weil er Besuch aus Deutschland bekommt. Als wir zu fünft gegen elf dort aufkreuzten war keiner da. Julia hatte den selben in der Stadt über Surströming interviewt, ja und jetzt ratet mal wen wir in der Kneipe getroffen haben. Er verabschiedete sich damals von Fabian mit den Worten: Wir sehen uns schon noch öfter, und er sollte Recht behalten.
Schweden feiern vor, mittel und nach. Wie das auf Schwedisch heisst habe ich leider vergessen. Man beginnt so gegen 17.00Uhr irgendwo bei jemandem zu Hause geht dann gegen zehn in die Kneipe oder Disco und wenn diese dann um zwei Uhr (Sperrstunde) schließt wird noch mal zu Hause nachgefeiert. Das erklärt auch warum wir unseren alten Bekannten um elf nicht angetroffen haben. Wieder was gelernt!
Ich hab jetzt ne schwedische Prepaidkarte. Telefonieren ist wohl so ziemlich das Einzige was hier billiger ist als bei uns.
Interlinguare Hausaufgabenbewältigung. Als wir vor ein paar Tagen zusammen Hausaufgaben machten, habe ich Elia auf Englisch nach nem Schwedischen Wort gefragt. Er hat dann in nem Italienisch- Schwedisch Wörterbuch nachgeschlagen und weil Jana es auch wissen wollte haben wir es dann noch mal auf Englisch besprochen und sie hat es dann in ihrem Englisch-Tschechisch Wörterbuch nachgeschlagen. Komplizierter wirds bestimmt nur noch wenn Joanna (Portugiesin) dabei ist und ich dann nen fränkischen Satz erklären soll. Fabian aus Hamburg meint übrigens, dass ich meinen Akzent, den ich im Deutschen habe auch im Schwedischen nicht ablege.
Leider habe ich Probleme Bilder hochzuladen. Wenn ihr aber mal sehen wollt was ich so alles im Sprachkurs mache dann geht mal auf die aktualisierten Bilder unter dem Link hier oben rechts, oder einfach mal direkt hierhin: http://dooku.miun.se/svenska/eilc/grafik/undersokning/index3.htm
Und nun, weil der Post ja noch nicht lang genug ist, noch ein Rätsel.
Was ist das? Man kann es nur in Schweden kaufen.


4 Comments:
Hi glaub das sind pulverisierte Elchkuhschenkel in instantform als teebeutel für schwedische bauarbeiter
"War alles sehr lustig"... I totaly agree!
Das mit dem Teebeutel ist eine gute Idee, aber leider nicht richtig. Es ist etwas kleiner als ein Teebeutel.
Es handelt sich um snuss! Das ist Tabak den man sich zwischen Zahn- und Backenfleisch steckt. Das Zeug hat einen fiesen Geruch. Ich habs noch nicht getestet.
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