Am Freitag bin ich zunächst mit 5 Kollegen mit dem Nachtzug nach Huang Shan (Stadt) gefahren. Ich war überrascht, dass es so ruhig war im Zug. Ich habe sogar ein paar Stunden geschlafen. Oft ist es ja etwas lauter, wenn ein paar Chinesen zusammen sind, aber abends herrscht wohl Ruhe. Kein Wunder, denn morgens um sechs Uhr waren alle schon fit und haben nur darauf gewartet, dass der Zug endlich anhält.
Am Samstagmorgen nach der Ankunft am Bahnhof sind wir dann von der Stadt zum Huang Shan, dem gelben Berg, gefahren und dann gings los über unzählige Stufen 3,5h aufsteigen. Es war sehr anstrengend. Aber wohl nicht so anstrengend wie für die vielen Männer, die Proviant, Baumaterial, Souvenirs, etc. zur Versorgung der Hotels hochtragen.
auf dem rechten Bild sieht man bei genauem Hinsehen, dass eine Treppe schnurgerade und sehr steil den Berg hochführt.
Trotz zweier Seilbahnen erfolgt die gesamte Materialversorgung wie auf dem Foto dargestellt
Oben angekommen, sind wir noch etwas die Bergkette abgelaufen und haben die Aussicht genossen. Wie überall in China, waren auch dort oben wieder unzählige Leute. Wo gibt es in diesem Land eigentlich ein ruhiges Plätzchen? Sonntagmorgen wollten wir den Sonnenaufgang ansehen, allerdings war es zu neblig bzw. wolkig, schade. Morgens um halb sechs könnte man ja eigentlich etwas Ruhe und Bergidylle erwarten während man auf den Sonnenaufgang wartet. Man könnte, aber nicht hier….. An manche Dinge werde ich mich hier einfach nicht gewöhnen. Weil wir schon mal wach waren, sind wir dann gleich abgestiegen, um halb zehn waren wir schon wieder im Tal.
Wir wollten sobald wie möglich wieder in der Stadt sein, weil wir ein kleines Problem mit den Zugtickets hatten.
Man kann Tickets für “normale” Züge, also alle außer die neuen Hochgeschwindigkeitszüge, nur am Abfahrtsort kaufen. Deshalb hatten wir über unsere Sekretärin einen Guide angeheuert, der uns Tickets und eine Reservierung für unser Zimmer besorgt hat. Leider hat der Guide sich erst sehr spät um Tickets gekümmert. Anstatt Schlafwaggon haben wir Hardseat bekommen und außerdem nicht den Zug den wir wollten. Wir haben also unser Glück am Bahnhof versucht um andere Tickets zu bekommen. Wie üblich sind aber Züge immer ausgebucht. Keine Chance, aber (auch üblich) stehen am Bahnhof allerlei Leute, die (private) Taxi- oder Busfahrten anbieten. Jörn kann recht gut chinesisch und hat sich von einer Dame überzeugen lassen, dass wir von ihr Tickets für einen Bus kaufen. Der Bus ist schneller als der Zug und bequemer und wir kommen nicht nachts um 2 sondern abends um 9 an. Obendrein hat die Frau uns dann noch in ihr kleines “Restaurant” zum Mittagessen geführt uns einen Tipp gegeben, wo wir uns in der Stadt die restlichen Stunden vertreiben können und uns zum Obststand ihres Vertrauens gebracht und dazu gedrängt, dass wir auch anständig was kaufen. Es war nicht so einfach, aber am Ende hat alles geklappt, die zwei goldenen Chinaregeln haben sich mal wieder bewahrheitet: Everything is possible, nothing is simple!

"Altstadt" Huang Shan, bei mehr als 40°C hält man sich lieber im Schatten auf