Donnerstag, September 09, 2010

Goodbye China

Es ist soweit, nach viereinhalb Monaten verlasse ich morgen China. Freitag abends lande ich und nachts bin ich dann wieder in Franken.
Auch wenn es hier eine interessante Erfahrung gewesen ist, freue ich mich auf die Heimat!

Montag, September 06, 2010

Guilin - Yangshuo


Fünf Tage war ich im Urlaub. Zunächst bin ich mit zwei Kollegen nach Guilin geflogen, wo wir einen Ausflug zu den Reisterrassen gemacht haben. Am zweiten Tag stand die obligatorische Schifffahrt auf dem Li-River von Guilin nach Yangshuo auf dem Programm. Das machen jeden Tag tausende Chinesen, weil es wirklich schön ist dort und weil die Berge jeder vom 20-Yuan-Schein kennt.



Yangshuo war wirklich toll. Zwar viele Touristen, aber trotzdem unglaublich reizvoll und wenn man will, ist man mit dem Fahrrad ganz schnell draußen aus der Stadt und weg vom Trubel. Man denkt manchmal sogar, man hätte eine Zeitreise gemacht, wenn man nach einer Stunde Fahrradfahren in Dörfer kommt, wo der Wasserbüffel zur Bodenbearbeitung auf dem Reisfeld eingesetzt wird und es auch sonst aussieht, wie vor Jahrzehnten.




Die Reise war landschaftlich grandios; erholsam, weil jeden Tag im Fluss gebadet; beeindruckend, weil es in China noch mehr gibt als große Städte und Touristenansammlungen, sondern auch richtige Natur und ich das nach Huang Shan nun zum zweiten mal erleben durfte; feierlich, weil wir abends ganz groß chinesisch auftischen lassen haben.

Jetzt liegen noch vier Tage vor mir, bevor ich China verlassen werde.


Mittwoch, August 25, 2010

Shanghai zum Vierten

Am Wochenende bin ich zum vierten Mal in Shanghai gewesen. Eigentlich wollte ich mich mit meinem Diplomarbeitsbetreuer treffen, der für die nächste Zeit im Norden von China arbeitet. Leider lag er mit Fieber im Bett. So bin ich alleine gewesen, was aber nicht weiter schlimm gewesen ist. Es waren auch zwei Kollegen aus Nanjing in der Stadt und bei so vielen Touristen in Shanghai kommt man leicht ins Gespräch.


Das Wetter war toll. Ich habe mich noch etwas in der Stadt umgesehen und am Abend vergnügt. Eigentlich gibt es nicht so viele Sehenswürdigkeiten in Shanghai auch wenn mich nach dieser Aussage Shanghai-Freunde kritisieren mögen. Die ganze Stadt ist einfach ein Erlebnis. Die Größe, die Moderne, aber auch die Einflüsse von Europäern vor allem zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, die Kontraste, der Lifestyle, etc.
Ein Highlight des Wochenendes war der Abend auf der Dachterrasse der Bar Rouge mit Blick auf die Skyline.


Auf meinem Programm stand unter anderem eine Fahrt mit dem Transrapid. Außerdem die Besichtigung einer Tempelanlage, die eigentlich tausend Jahre alt ist. Laut meinem nicht-chinesisch eingefärbten Reiseführer war an der Stelle der Tempelanlage in der Zeit unter Mao eine Fabrik untergebracht. Seit ein paar Jahren wird alles wieder in Beton aufgebaut und hübsch golden und in Holzoptik verziert, war ganz hübsch.


Beim Spazieren durch einen Park bin ich auf einen Heiratsmarkt gestoßen. Zumindest würde ich das so bezeichnen. Dort waren viele Eltern und/oder Großeltern und überall hingen Zettel mit Name, teilweise Foto, Gewicht, Größe und Einkommen bzw. Wunscheinkommen von den Kindern bzw. vom zukünftigen Schwiegersohn.

Der Taximarkt fest im Griff von VW. Ich meine, der wird sogar in Shanghai gebaut?




Freitag, August 20, 2010

Huang Shan



Am Freitag bin ich zunächst mit 5 Kollegen mit dem Nachtzug nach Huang Shan (Stadt) gefahren. Ich war überrascht, dass es so ruhig war im Zug. Ich habe sogar ein paar Stunden geschlafen. Oft ist es ja etwas lauter, wenn ein paar Chinesen zusammen sind, aber abends herrscht wohl Ruhe. Kein Wunder, denn morgens um sechs Uhr waren alle schon fit und haben nur darauf gewartet, dass der Zug endlich anhält.


Am Samstagmorgen nach der Ankunft am Bahnhof sind wir dann von der Stadt zum Huang Shan, dem gelben Berg, gefahren und dann gings los über unzählige Stufen 3,5h aufsteigen. Es war sehr anstrengend. Aber wohl nicht so anstrengend wie für die vielen Männer, die Proviant, Baumaterial, Souvenirs, etc. zur Versorgung der Hotels hochtragen.

auf dem rechten Bild sieht man bei genauem Hinsehen, dass eine Treppe schnurgerade und sehr steil den Berg hochführt.
Trotz zweier Seilbahnen erfolgt die gesamte Materialversorgung wie auf dem Foto dargestellt

Oben angekommen, sind wir noch etwas die Bergkette abgelaufen und haben die Aussicht genossen. Wie überall in China, waren auch dort oben wieder unzählige Leute. Wo gibt es in diesem Land eigentlich ein ruhiges Plätzchen? Sonntagmorgen wollten wir den Sonnenaufgang ansehen, allerdings war es zu neblig bzw. wolkig, schade. Morgens um halb sechs könnte man ja eigentlich etwas Ruhe und Bergidylle erwarten während man auf den Sonnenaufgang wartet. Man könnte, aber nicht hier….. An manche Dinge werde ich mich hier einfach nicht gewöhnen. Weil wir schon mal wach waren, sind wir dann gleich abgestiegen, um halb zehn waren wir schon wieder im Tal.

Wir wollten sobald wie möglich wieder in der Stadt sein, weil wir ein kleines Problem mit den Zugtickets hatten.

Man kann Tickets für “normale” Züge, also alle außer die neuen Hochgeschwindigkeitszüge, nur am Abfahrtsort kaufen. Deshalb hatten wir über unsere Sekretärin einen Guide angeheuert, der uns Tickets und eine Reservierung für unser Zimmer besorgt hat. Leider hat der Guide sich erst sehr spät um Tickets gekümmert. Anstatt Schlafwaggon haben wir Hardseat bekommen und außerdem nicht den Zug den wir wollten. Wir haben also unser Glück am Bahnhof versucht um andere Tickets zu bekommen. Wie üblich sind aber Züge immer ausgebucht. Keine Chance, aber (auch üblich) stehen am Bahnhof allerlei Leute, die (private) Taxi- oder Busfahrten anbieten. Jörn kann recht gut chinesisch und hat sich von einer Dame überzeugen lassen, dass wir von ihr Tickets für einen Bus kaufen. Der Bus ist schneller als der Zug und bequemer und wir kommen nicht nachts um 2 sondern abends um 9 an. Obendrein hat die Frau uns dann noch in ihr kleines “Restaurant” zum Mittagessen geführt uns einen Tipp gegeben, wo wir uns in der Stadt die restlichen Stunden vertreiben können und uns zum Obststand ihres Vertrauens gebracht und dazu gedrängt, dass wir auch anständig was kaufen. Es war nicht so einfach, aber am Ende hat alles geklappt, die zwei goldenen Chinaregeln haben sich mal wieder bewahrheitet: Everything is possible, nothing is simple!
"Altstadt" Huang Shan, bei mehr als 40°C hält man sich lieber im Schatten auf

Mittwoch, August 11, 2010

348 km/h

Rechenaufgabe: (heiß + schwül) * 6mio Einwohner / Klimanalagenindex pro Einwohner =?
Richtig: Energieversorgungsprobleme. Wir hatten Stromausfall auf Arbeit und dadurch quasi hitzefrei. So lagen wir dann nachmittags schon am Pool, es gibt Schlimmeres.....



Die Sache mit dem Taupunkt: Wenn man von einem klimatisierten Raum/Taxi/Zug mit 24°C oder weniger ins frei geht, beschlägt die Brille bzw. die Hände fühlen sich feucht an. Dieses Phänomen hat man hier morgens, mittags, abends.

Am Samstag habe ich gefaulenzt. Sonntag bin ich zum Shoppen nach Shanghai gefahren. Ich bin beim Schneider gewesen und habe Hemden und Hosen bestellt. Außerdem habe ich mich mit Krawatten und Gürtel eingedeckt. Auf Hin- und Rückfahrt habe ich den Schnellzug Nanjing-Shanghai non-stop in 75 min genommen: 301 km laut Fahrplan (Google Maps sagt die Zugstrecke wäre 340km, aber das kann noch die alte Strecke sein), das macht 240km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, Maximum siehe Foto.



Donnerstag, August 05, 2010

Nanjing - Suzhou - Danyang

In China kann sich schnell mal was verändern, zum Beispiel Bahnhöfe. Zwischen Nanjing und Shanghai gibt es eine neue Zugstrecke und neue Züge. Grund genug um auch neue Bahnhöfe zu bauen. Als ich vor ein paar Wochen in Suzhou zur Dienstreise gewesen bin, gab es da noch einen „alten“ Bahnhof, am Samstag war alles nagelneu. Ein neuer Bahnhof wurde quasi hinter den alten gebaut. Blöd, dass dann die Wegbeschreibungen nicht mehr passen, weil der neue Bahnhof auch einen anderen Ausgang hat und man an den alten Bahnhof quasi nicht mehr rankommt. Auch blöd, dass wir dadurch den Fahrradverleih nicht finden konnten. Der ist wohl auch irgendwohin umgezogen. Dennoch hatten wir einen schönen Tag in Suzhou, wo wir uns die Gärten angesehen haben.


Fotos von den Gärten in Suzhou muss ich nachliefern, aber hier mal zwei Schnappschüsse aus Suzhou, könnte aber überall hier in der Gegend sein, Zweiradwerkstatt auf chinesisch.

Sonntag hatten wir dann die gleiche Geschichte mit dem Bahnhof in Danyang. Eigentlich ist es ja nicht so schwierig, einfach um den neuen Bahnhof herumlaufen, dann steht man vor dem alten Bahnhof und dann stimmt die „alte Landkarte“ wieder. Allerdings liegen Gleise dazwischen und da kann der Weg zur nächsten Über-/Unterquerung bei 42°C schon lang werden. Wir hatten Glück in Danyang und mit Hilfe eines Einheimischen hat uns eine Taxifahrerin genau dort hingefahren, wo wir hinwollten: zu den Brillenläden. Wir schätzen, dass es dort zwischen 50 und 100 Brillenläden gab. Das Beste daran ist, dass die Läden die Gläser auch gleich schleifen und natürlich ist so eine Brille dann auch sehr viel günstiger als in Deutschland.


Brillen in Danyang

Abends waren wir bei einem deutschen Kollegen zum Grillen eingeladen. Er hat eine schöne Wohnung mit Balkon im neunten Stock an einem See mit Blick auf die Skyline. So könnte jedes Wochenende ausklingen.


Anlässliches eines Geburtstages sind wir hoch in den 46. Stock gefahren und haben Cocktails und die Aussicht über Nanjing genossen.


Das linke Foto ist so außergewöhnlich, dass ich es hochladen musste: Blauer Himmel über Nanjing! Rechts Ausblick vom Balkon des Kollegen am Sonntag beim Grillabend.

Montag, Juli 26, 2010

Besuch aus der Heimat

Damit hätte ich ja nicht gerechnet, dass ich hier Besuch aus Ebelsbach bekomme. Aber tatsächlich hat mich Markus auf seiner China-Rundreise hier besucht. Am selben Wochenende haben wir auch noch eine Dame aus Merkendorf kennengelernt, die Welt ist ein Dorf.
So habe ich also zum zweiten Mal eine Stadtführung für meine Gäste gegeben und auch für mich war wieder was Neues dabei. Es war sehr warm am Wochenende, wir hatten schöne Tage.

Blick aus dem Elektroboot auf einen Teil der Skyline vom Xuanwu See




Linkes Bild: rechts ein japanischer Shinkansen und links müsste ein ICE sein, oder irre ich mich?
Rechtes Bild: Mit der (historischen) Seilbahn hoch auf den Gipfel von Purple Mountain