Mittwoch, November 22, 2006

Der hohe Norden




Wie schon angekündigt bin ich zusammen mit Alisa und Joscha am Wochenende in den hohen Norden gefahren. Freitag morgen gings los. Anstatt einem Renault Modus kam Joscha mit einem Focus Kombi an, danke Hertz! Das bedeutete für mich wesentlich mehr Platz zum schlafen auf der Rückbank während der 9 Stunden Fahrt.



Unser Weg führte uns ca 700km durchs Landesinnere, Schwedisches Outback, Richtung Norden. Unser Ziel Gällivare liegt bereits nördlich des Polarkreises. Abends gegen sechs sind wir angekommen und von Ulrika, Magnus und Peter empfangen worden. Die drei zeigten uns die Stadt, das Skistadion und die Skipisten, bzw. das was man erkennen konnte, war ja bereits dunkel. Bei Ulrika und Peter haben wir übernachtet und sind am Samstag noch ein Stück weiter in den Norden gefahren, nach Kiruna, ca 150km, die nächste Stadt, und gleichzeitig die nördlichste Stadt Schwedens. Wir besuchten auch das Eishotel, das sich allerdings noch im Bau befindet.

Samstag abend lud uns Magnus ein mit seinem Schneemobil zu fahren. Zunächst sind wir alleine auf der Straße gefahren und dann mit ihm durch den Wald. Ist schon ein tolles Spielzeug, so ein Schneemobil!


Sonntag haben wir uns die Damen und Herren Staffel beim Langlaufweltcup angeschaut und sind danach wieder zurück nach Östersund gefahren. Die deutschen Damen wurden zweiter, die Herren erster. Man ist da ziemlich na dran am Rennen. Man kann auf die Läufer zugehen, mit ihnen sprechen, Fotos machen usw. Da gibts keine großen Absperrungen oder Extra-Wege, so kanns schon mal passieren das Ole Einer Björndalen vor einem seine Skier zum Stadion trägt.


Die obigen Fotos entstanden um die Mittagszeit, wo die Sonne am höchsten steht!

Die Straßen hier werden nicht geräumt. Auf Eis sollte man etwas vorsichtig fahren, auf Schnee kann man ganz normal fahren. Wir waren mit unserer finnischen Fahrerin, ESP und Spikes jedenfalls sicher unterwegs. Problem sind die Rentiere die immer wieder mal mitten auf der Straße stehen. Ein Elch rennt einfach über die Straße und ist dann weg, ein Rentier oder Schneehuhn geht auf der Straße spazieren und läuft auch noch auf dein Auto zu und schaut dich verdutzt an wenn du hupst. Tagsüber sieht man die Tiere rechtzeitig, nachts (in Kiruna wurde es so gegen 14.30uhr dunkel) ist das schon schwieriger. Deshalb haben die Schweden neben den normalen Autoscheinwerfern auch noch mehrer Extrascheinwerfer. Wenn dir so ein Auto im Dunkeln entgegen kommt meint man eine Sonne fährt auf einen zu.



In Gällivare liegt seit September Schnee, ihr könnt ja mal nachsehen was ich in Östersund im September noch alles gemacht habe. Magnus meinte, das es dieses Jahr aber noch nicht kalt war, also nur mal so -15°C! -30°C ist dort keine Seltenheit und auch -40°C ist möglich. Bei diesen Temperaturen gehen aber auch die Menschen dort nicht mehr aus dem Haus.
Was macht man aber dort oben im hohen Norden? Warum leben die dort?
Gällivare hat 20.000EW und man baut dort Kupfer ab, in Kiruna gräbt man Eisenerz. Ansonsten fährt man dort Schneemobil und geht Eisangeln, Langlaufen oder Eishockeyspielen. Verwundert hat mich allerdings, dass auch zwischen den Städten mitten im "Outback" 50 oder noch mehr km zum nächsten Supermarkt noch Leute wohnen.

Landschaftlich ist es im Norden sehr schön. endlose Wälder, immer mal ein See dazwischen, der zugefroren ist und auf dem man dann eine Elch- oder Schneemobilspur im Schnee sieht. Die Sonne steht, wenn sie da ist, sehr flach und blinzelt durcht die Tannen. Aber all das sieht man besser auf den Fotos.


Noch mehr Fotos auf Joschas Blog